Juni 2000
FEDAS hat erfolgreich gearbeitet -
Europäischer Sportfachhandel sieht Silberstreif am Umsatzhorizont
FEDAS-Generalversammlung
vom 17. - 20. Juni 2000 in Florenz.
Florenz Italiens Federadas-Präsident
Giampiero Caleri und sein Verband waren Gastgeber des Jahresmeetings des Europäischen
Dachverbands der nationalen Sporthandelsverbände FEDAS, dessen Delegierte sich unter
Vorsitz von FEDAS-Präsident Werner Haizmann, Stuttgart-Bad Cannstatt, und unter der
Moderation von FEDAS-Generalsekretär Claude Benoit, Bern, vom 17. 20. Juni 2000 in
Florenz mit der Situation des europäischen Sportfachhandels im Jahr 2000 beschäftigten.
Tenor beim Blick der Delegierten auf Sportartikeleuropa: die Konjunktur
gewinnt auch beim Sportartikeleinzelhandel in allen europäischen Mitgliedsländern wieder
zunehmend an Fahrt.
Der Verbraucher schätzt dabei das leistungsstarke Angebot der vorwiegend
mittelständischen und inhabergeführten europäischen Sportfachgeschäfte und deren
Fachberatung. Deshalb werden deren Umsätze zusammen mit denen der Fachabteilungen der
Warenhäuser in diesem Jahr weiter steigen.
Dazu trägt auch die augenblickliche Wettersituation ebenso bei wie die
Trendsportarten und das klassische Sportschuhangebot. Lediglich im Tennisbereich hat der
Aufschwung wenn, dann nur verhalten begonnen.
FEDAS-Präsident Werner Haizmann, in Personalunion auch Präsident des
Verbandes Deutscher Sportfachhandel VDS, sowie FEDAS-Generalsekretär Claude Benoit, in
Personalunion auch Präsident des Schweizer Sporthandelsverbandes ASMAS, betonten in ihrem
Bericht zum FEDAS-Meeting, dass zwar die Umsätze im Sportartikelfachhandel Europas
erfreulicherweise leicht ansteigen, dass aber die Gewinnsituation im Handel nach wie vor
nicht so ist, dass dringend notwendige stärkere Kapitalreserven in den einzelnen
Unternehmen gebildet werden könnten.
Vor dem Hintergrund eines zusammenwachsenden Europas, in dem bald nur noch
eine Währung vorherrscht, sei es dringend notwendig, dass in der gesamteuropäischen
Wirtschaftspolitik der Mittelstand und hier besonders der beratungsintensive und
leistungsstarke Sportfachhandel mehr als bisher gestärkt und gefördert werde.
Europäische Marktstudie geplant
Um für diese Förderung auch die nötigen Daten zu bekommen,
beschlossen die FEDAS-Delegierten in Florenz, die Jahresbeiträge der einzelnen nationalen
Verbände für die FEDAS zu erhöhen. Zweckgebunden. Mit dem Mehraufkommen soll die
finanzielle Grundlage für eine große Marktstudie gelegt werden, mit der man die
Situation des mittelständischen Sportfachhandels in Europa wirtschaftsstatistisch so
erfassen will, dass sich daraus neue Ideen für ein noch besseres Handelsmarketing im
Europa des Euro ergeben können.
Mit der Vorbereitung der Studie befasst sich eine Projektgruppe, die bis
zum 1. Oktober 2000 die gesamten Vorarbeiten zu einer solchen Studie leisten und den
Fragenkatalog festlegen will.
Nach diesen grundsätzlichen Festlegungen soll die FEDAS unter Führung
des französischen Sportfachhandelsverbandes FPS und seines Generaldirektors Pierre Gogin
bei Verhandlungen mit der EU in Brüssel ausloten, wie man dann eine definitive
Mit-Finanzierung dieses Projektes erreichen kann, dessen Ergebnisse wegweisend für die
Marktorientierung des europäischen Sportfachhandels zu Beginn des neuen Jahrhunderts sein
sollen.
Frühinformation der internationalen Leitmesse ispo konzentriert nutzen
Die Teilnehmer am FEDAS-Meeting diskutierten auch den aktuellen Stand
in Sachen Fachinformation des Handels durch nationale Messen und internationale
Leitmessen. Die französischen und die italienischen Kollegen begrüßten einen Bericht
der ispo-Fachbeirats- und Arbeitskommissionsmitglieder FEDAS/VDS-Präsident Werner
Haizmann, FEDAS-Generalsekretär Claude Benoit und VDS-Hauptgeschäftsführer Helmut Ott
zum neuen ispo-Sommer-Termin (21. - 24. Juli) im Jahr 2001 und den geplanten Terminen
danach.
ispo-Termin-Kompromiss akzeptieren
Die FEDAS richtete in diesem Zusammenhang in Florenz sowohl die
eindringliche Bitte an die Kollegen der nördlicheren Ländern, dieses Entgegenkommen der
ispo-Messeleitung an die besondere Feriensituation in Frankreich, Italien und Spanien
ebenso im Geist wachsender europäischer Zusammenarbeit zu akzeptieren wie auch umgekehrt
an ihre Kollegen in den lateinischen Ländern, jetzt wieder der weltweit einzigen
Leitmesse der Sportartikelbranche, der ispo, die ihr zukommende nötige Aufmerksamkeit zu
schenken.
Als FEDAS, so Präsident Werner Haizmann, habe man sehr viel Verständnis
für die Terminnotwendigkeiten einer Weltmesse wie der ispo in München und für das
Bemühen von Messe-München-Chef Manfred Wutzlhofer, den für eine Leitmesse wichtigen
frühen Informationstermin zu schaffen. Die Aussteller sollten daher diesen Wunsch der
Messeleitung, der auch in der Mehrheit ein Wunsch vor allem der Aussteller aus dem
südlichen Europa war, auch wirklich erfüllen und den Fachhändlern aus ganz Europa und
der ganzen Welt so viel Information wie nur möglich zu vermitteln.
Stände für alle Fachbesucher öffnen
Es könne daher nicht angehen, dass es immer noch große
Messeaussteller gebe, die vor allem den Kollegen aus den lateinischen Ländern ohne ganz
spezielle Standeinladungen einfach die Türe weisen. Hier werde man sich in einem
Gespräch mit der ispo-Messeleitung ebenso um Abhilfe bemühen wie mit entsprechenden
Briefen an die direkt betroffenen Firmen.
Dank an Messe München, Manfred Wutzlhofer und Jürgen Lohrberg
Der Dank der FEDAS und ihres Präsidenten Werner Haizmann ging hier im
Auftrag aller Kolleginnen und Kollegen an die Messe München, an Messechef Manfred
Wutzlhofer und an das Team von Projektleiter Jürgen Lohrberg für die Tatsache, dass sich
in den letzten zwei Jahren gerade die Aufnahme und die Information ausländischer
Fachbesucher auf den Messeständen deutlich verbessert habe. In vielen Fällen sei sie
schon ganz im Sinn einer Weltleitmesse perfekt gelöst.
Handelsvertreter für Fachinformation zur ispo wichtig
Von Seiten vieler deutscher ispo-Besucher, so berichtete
VDS-Hauptgeschäftsführer Helmut Ott, werde nach wie vor großer Wert darauf gelegt, dass
man an den Messeständen der frühen Info wegen auch mit den zuständigen Fachleuten und
Gebietsrepräsentanten sprechen könne. Seitens der FEDAS und des VDS werde man hier auch
noch eigenständige Kontakte mit den Vertretern der Handelsvertreter und der
Firmenrepräsentanten aufnehmen. Während der ispo müssten, nach Meinung der FEDAS, alle
Innen- und Außendienstler der Firmen anwesend seien, auch wenn noch so große
Abverkaufstermine in den einzelnen Ordercentern auf ihnen lasteten.
V. International Sporting Goods Retailer Summit am 5. August im ICM
Unter dem Thema "E-tailing im Sportfachhandel - Challenge oder
Irrweg" wird das V. Sporting Goods Retailer World Summit stehen, das am Samstag, den
5. August von 10 bis 14 Uhr im Saal 4/Foyer EG des Internationalen Congress Centrums
München am Münchner Messegelände stattfinden wird. Hier werden sich die
Spitzenvertreter des internationalen Sportfachhandels zusammen mit Fachleuten aus
Wissenschaft und E-Commerce mit der aktuellen Diskussion in Sachen elektronischer Handel
beschäftigen. Zu dieser Veranstaltung, deren vorläufiges Programm von den Delegierten in
Florenz festgelegt wurde, sind auch alle Mitglieder des Weltverbandes der
Sportartikelindustrie WFSGI und des Europäischen Verbandes der Sportartikelindustrie FESI
eingeladen.
Sinn und Zweck dieses Summits ist es auszuloten, wie man die
Informationsexplosion durch das Internet sinnvoll in das künftige Marketing von
Sportfachgeschäften jeder Größe einbinden könne, und welche Formen des
Internetangebots den Erwartungen des Verbrauchers, des Handels und der Industrie in der
Sportbranche entsprechen.
Dienstleistungsnorm für Verleihgeschäft
Einen weiteren wichtigen Punkt der internationalen Zusammenarbeit
sprachen die Mitglieder der FEDAS in Florenz an, als sie forderten, vor allem für das
Skiverleihgeschäft eine internationale Dienstleistungsnorm zu entwickeln, die den
steigenden Ansprüchen der Verbraucher und der Verbraucherschützer in Sachen Skiverleih
und Sicherheit bei der Skipräparation und Bindungseinstellung gerecht werde.
FEDAS-Generalsekretär Claude Benoit referierte über Erfahrungen und Tests in den
Alpenländern und bei den Stationsgeschäften. Fachlich unterstützt wurde er dabei vom
VDS-Delegierten Gert Knospe und VDS-Hauptgeschäftsführer Helmut Ott.
Da hier allein die Geschäfte in der vollen Haftung seien, müsse eine
Lösung gefunden werden, die als europäisches Recht allgemein akzeptiert werde, zumal ja
auch eine europäische Norm letztlich noch keinen verlässlichen Haftungsausschuss
garantiert.
FEDAS-Warengruppenschlüssel ist im Netz abzurufen
Eine der großen Anstrengungen der FEDAS, nämlich einen europaweit
anerkannten Warengruppenschlüssel für die Erleichterung des elektronischen
Geschäftsverkehrs zu schaffen, beginnt langsam aber sicher zu greifen.
FEDAS-Generalsekretär Claude Benoit berichtete, dass man jetzt diesen
Warengruppenschlüssel von der FEDAS-Website FEDAS.com gegen eine Schutzgebühr
herunterladen könne.
Dieser Service werde aber erst langsam angenommen, obwohl diesem
Warengruppenschlüssel eine große Bedeutung für alle elektronischen Transaktionen sowohl
im Business-to-Business- als auch im Business-to-Consumer-Bereich zukommt. Dies gilt
ebenfalls für den noch zu schaffenden Europäischen Größenschlüssel. Claude Benoit
bedankte sich besonders bei der Intersport International und der Intersport Deutschland
ebenso wie bei Sport 2000 International und national für ihre finanziellen Beiträge und
für ihre Zusammenarbeit in dieser für den E-Commerce auf allen Ebenen entscheidenden
Normierungsfrage.
Selbstverständlich wird sich die FEDAS, so ihr Präsident Werner Haizmann
abschließend, weiter darum bemühen, auch die Kollegen aus Spanien und Großbritannien
mit in das FEDAS-Boot zu holen sowie die entsprechenden Handelsvereinigungen Nordeuropas.
Hier stünden bis jetzt noch unterschiedliche Organisationsformen einer intensiveren
Zusammenarbeit im Wege. Man hoffe aber, diese Schwierigkeiten gemeinsam mit den
Vereinigungen in den betroffenen Ländern überwinden zu können, sodass auch die FEDAS
gestärkt in das erste Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts gehen kann.
Als Termin für die nächste FEDAS-Versammlung wurde der 10. bis 12. Juni
2001 festgelegt. Die Kollegen vom VSSÖ unter Ernst Aichinger und Walter Schuh werden
dieses Meeting in Wien ausrichten.
Dank an Federadas und Giampiero Caleri
Hohes Lob und großen Dank für die Organisation des Meetings in
Florenz erhielten Federadas-Präsident Giampiero Caleri und Vizepräsident Enrico Rossi
von FEDAS-Präsident Werner Haizmann. Sie hatten das Meeting in der Messestadt Florenz
ausgezeichnet vorbereitet. Dank ging auch an die Organisatoren des Pitti uomo in Florenz,
der die FEDAS zu einem Empfang in den Palazzo Antinori eingeladen hatte. Hier wurden die
Mitglieder der FEDAS auch mit dem sportiven Angebot der klassischen italienischen
Herrenmodemesse bekannt gemacht, die sich gleich an die FEDAS-Tagung anschloss. Teilnehmer
dieses Empfangs waren auch die Chefs von Intersport Italien, die diesmal für die
Ausrichtung der Generalversammlung der Intersport International im August in Venedig
verantwortlich sind. |