August 2005
FEDAS-Jahrestagung 2005 in Crans Montana:
Factory Outlets mit einer fairen Partnerschaft Fachhandel - Hersteller unvereinbar
Crans Montana - „Wir sind auf unserem Weg einer intensiven Zusammenarbeit des europäischen Sportfachhandels in den letzten drei Jahren wieder entscheidende Schritte nach vorn gegangen. Das gilt besonders für die Weiterentwicklung des von der Fedas geschaffenen und betreuten Warengruppenschlüssels, ohne den eine elektronische Kommunikation in der Branche kaum mehr möglich ist“, verwiesen FEDAS-Präsident Werner Haizmann vom Verband Deutscher Sportfachhandel und Generalsekretär Claude Benoit vom Schweizer Verband Asmas in ihren ausführlichen Rechenschaftsberichten auf die erfolgreiche Arbeit des europäischen Spitzenverbandes im Sporteinzelhandel. Factory Outlets sind für die FEDAS mit einer fairen Partnerschaft Fachhandel - Sportartikelerzeuger unvereinbar.
Marktentwicklung
Im Mittelpunkt der Tagung in Crans Montana in der Schweiz stand wie jedes Jahr eine ausführliche Präsentation der Marktentwicklung in den einzelnen Fedas-Ländern. Nach wie vor sind Stimmung und Abverkauf am „Fedas-Markt“ in Europa verhalten. Umsätze und Profit geben dabei keinen Anlass zum Jubeln. Kumuliert über die fünf Länder „Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich und die Schweiz“ stagnierten die Sportartikelumsätze 2004 im Vergleich zu 2003 mit einem bescheidenen Zuwachs von 1 Prozent. Für 2005 rechnet die FEDAS mit einer weiterhin zurückhaltenden Entwicklung des Sportartikelmarktes. Neue Trends wie Nordic Fitness werden zwar vom Endverbraucher positiv aufgenommen und in entsprechende Einkaufsaktionen umgesetzt, deren Erlöse aber die Verluste in schwächelnden Marktsegmenten wie beispielsweise Tennis, Inline oder Fitnessgeräte kaum aufwiegend. Outdoor bleibt in Europa das große Thema beim Absatz, gefolgt von Wintersport und von den Teamsportarten (Fußball, Basketball, Volleyball etc.). Hoch im Kurs stehen Running und Walking. Entsprechende Marktimpulse erhofft man auch von der Fußballweltmeisterschaft 2006 und den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin.
Die Teilnehmer der FEDAS-Tagung beschlossen bei der Diskussion der Marktentwicklung, die schon seit einiger Zeit angedachte Verbandsinitiative voranzutreiben, eine umfassende Marktstudie für den Bereich Sportartikel und Sportmode im Rahmen der Möglichkeiten durchzuführen, die die europäische Gemeinschaft dazu bietet. Der französische Kollegenverband wurde mit der Ausarbeitung eines Konzepts für diese Aktion beauftragt.
Interessante Fachgespräche mit Kollegen vor Ort
ergaben sich beim gemeinsamen Besuch der Firma Alex Sports
Bessere Präsenz in Brüssel
Die FEDAS prüft über den französischen Mitgliederverband FPS die Mitgliedschaft im Dachverband des europäischen Einzelhandels „Eurocommerce“, um näher an die politische Willensbildung in Fragen des Einzelhandels zu gelangen und die Interessen des europäischen Sportfachhandels besser vertreten zu können. Ernst Aichinger vom VSSÖ übernimmt im Zusammenhang mit der FEDAS-Interessenvertretung in Brüssel und Straßburg den weiteren Verbandskontakt hinsichtlich der geplanten Verabschiedung der europäischen Chemikalienverordnung, für die allein im Europaparlament bereits hunderte von Änderungsanträgen vorliegen. Ernst Aichinger gehörte auch der Kontaktgruppe an, die 2004 zum Thema Durchführung der Elektronikschrottverordnung bereits beim mit diesen Fragen befassten Vorsitzenden des Umweltausschusses im EU-Parlament, Karlheinz Florenz, vorgesprochen hatte.
Die Zusammenarbeit mit dem europäischen Herstellerverband FESI soll in Fragen die gesamte Sportartikelwirtschaft betreffend fortgeführt und intensiviert werden.
FEDAS lehnt Factory Outlets ab
Großen Raum in der Diskussion in Crans Montana nahm die Stellung der europäischen Sportartikelhandelsverbände zu der fortschreitenden Einrichtung von Factory Outlets in ganz Europa ein. Die FEDAS und ihre nationalen Verbände sind übereinstimmend der Meinung, dass die Belieferung und Einrichtung von Factory Outlets mit einer fairen Partnerschaft Fachhandel - Hersteller und Lieferanten unvereinbar ist.
Bei der Analyse der Situation, die zum Urteil der Fedas geführt hat, waren sich die Verbandsvertreter darüber einig, dass zwar die Vertikalisierung in der gesamten Sportartikelbranche voranschreitet, es aber zwischen voll vertikalisierten Unternehmenstypen und Unternehmen, die ihre Marken sowohl über Absatzmittler als auch über eigene Absatzschienen vertreiben, einen hochsensiblen Unterschied gebe. Der voll vertikalisierte Marktteilnehmer ist allein Mitbewerber des Fachhandels, der teilvertikalisierte Marktteilnehmer ist aber Mitbewerber und Handelspartner zugleich. Diese beiden Funktionen „beißen“ sich von ihrer Definition her.
Mit Factory Outlets tritt der Hersteller nicht nur in eine Konkurrenz mit seinen Absatzmittlern, sondern er stempelt den Fachhandel bzw. wichtigsten Absatzmittler mit aggressivem, Preise vergleichendem Marktauftritt der eigenen FO-Schiene zum (zu) teuren Fachhandel ab. Derartige Factory Outlet Konzepte empfindet der Fachhandel für diskriminierend und nicht partnerschaftsverträglich. Die nationalen Mitgliederverbände sind aufgerufen, diese FEDAS-Resolution zu kommunizieren und entsprechende Auseinandersetzungen mit betreffenden Sportartikelherstellern zu führen.
FEDAS-Warengruppenschlüssel auf Erfolgskurs
Einen sehr erfreulichen Bericht über die Entwicklung des FEDAS-Warengruppenschlüssels und des FSO-Partnervereins konnte Claude Benoit abgeben. Der FEDAS Warengruppenschlüssel setzt sich in Europa durch. Er ist bereits in drei Sprachen bei der FEDAS verfügbar (Englisch, Deutsch, Französisch). Weitere Sprachversionen sind in Arbeit (Italienisch). Demnächst publiziert die FEDAS bzw. der Partnerverband FSO (Fedas Standardization Organization) erste Größenstandards.
Claude Benoit dankte in diesem Zusammenhang nicht nur allen Anwendern der FEDAS-Nomenklatur, sondern auch den Unternehmen und Einkaufsorganisationen, an ihrer Spitze Intersport und Sport 2000, die sich in jahrelanger Entwicklungsarbeit und mit viel Geld und viel Manpower an der Schaffung dieses europäischen Standards beteiligt haben und sich weiter beteiligen.
FEDAS-Präsidium und -Vorstand für eine weitere Wahlperiode bestätigt
VDS-Präsident Werner Haizmann aus Stuttgart wurde erneut für eine Amtszeit von drei Jahren zum FEDAS-Präsidenten gewählt. In den Vorstand des Verbands sind berufen: Pierre Gogin, FPS, Paris/Frankreich; Giampiero Caleri, Federadas, Florenz/Italien; Ernst Aichinger, VSSÖ, Wien/Österreich; Marcel Savioz, Asmas, Sion/Schweiz. Generalsekretär ist weiterhin Claude Benoit, Bern. Ehrenpräsident ist Adriano Testa aus St. Moritz.
Eine internationale Fachmesse
Nach wie vor sprachen sich die Teilnehmer der FEDAS-Jahrestagung dafür aus, in Europa nur eine internationale Fachmesse, nämlich die ispo in München zu unterstützen.
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